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Es gibt Momente im Business, da passt irgendwas nicht mehr. Deine Kunden. Dein Angebot. Dein Name. Oder einfach das ganze Gefühl, das du beim Arbeiten hast. Und wenn du dich dann im Netz umguckst, wie andere Selbstständige sich neu positionieren, siehst du fast immer die gleiche Geschichte: alles einreißen, Facebook-Seite dicht, GmbH abgemeldet, neue Firma, neuer Name, kompletter Cut. Der dramatische Umbruch als einziger Weg, so als wäre eine Neupositionierung für Selbstständige nur als radikaler Reset denkbar.

Ich mach das anders. Und ich mach das gerade. Mein Weg geht weg von KundenKarma hin zu Jasmin Grigutsch. Ohne den großen Cut, ohne Businesspause, ohne „alles auf Stopp“. Es gibt nämlich zwei Wege, sich neu zu positionieren – und kaum jemand erklärt den zweiten.

Die zwei Wege der Neupositionierung

Weg eins ist der radikale Cut. Alles einreißen, alles neu. Das ist der dramatische Weg mit den guten Geschichten: „Ich bin mit dem Auto gegen die Wand gefahren, lag drei Monate im Krankenhaus, hab gemerkt, mein Business läuft ohne mich nicht und jetzt bau ich alles neu auf.“ Das zieht. Das hört sich nach Veränderung an. Und für manche ist es auch genau der richtige Weg.

Weg zwei ist das Schiff graduell umlenken. Du setzt die Segel ein bisschen anders. Du fährst eine langsame Kurve. Keine neue Firma von heute auf morgen, sondern ein sauberer Übergang, während dein Business weiterläuft. Weniger dramatisch. Weniger Likes auf LinkedIn. Aber für viele Selbstständige der ehrlichere und realistischere Weg.

Wann der radikale Cut der richtige Weg ist

Es gibt Momente, da geht es einfach nicht anders. Wenn deine Zielgruppe/Angebot komplett anders wird: du hast vorher ätherische Öle an Hausfrauen verkauft und willst jetzt Dienstleistungen für Selbstständige machen? Das ist ein anderer Kosmos. Dann brauchst du wirklich den Cut. Wenn dein ganzes Branding so nicht mehr zu dir passt, dass du dich nicht mehr reinhängen kannst – okay, dann macht ein Reset auch sehr viel Sinn. Und wenn du einen Burnout hattest, an dem Punkt bist, wo du schlicht nicht mehr weitermachen kannst wie bisher: auch dann ist der Stopp nötig.

Aber der Cut hat einen Preis, den kaum jemand laut ausspricht. Während du auf Stopp bist und alles neu denkst, hast du keine Einnahmen. Du weißt nicht, wie lange es dauert. Du weißt nicht, ob das Neue funktioniert. Das ist ein echtes Risiko, keine kleine Pause. Wer sich das nicht leisten kann, rutscht in eine Finanz-Enge, aus der die Neupositionierung dann gar nicht befreit, sondern weiter unter Druck setzt.

Wann der graduelle Shift dein Weg ist

Der graduelle Shift funktioniert dann, wenn du im Kern sagen kannst: „Ich mag mein Business. Ich mag nur manche Teile davon nicht.“ Deine Kunden passen im Groben noch. Dein Thema ist nicht plötzlich ein völlig anderes geworden. Du willst weniger umkippen, mehr umlenken.

Bei mir ist es genau so. Meine Kunden sind immer noch Selbstständige. Positionierungscoaching ist immer noch ein Teil von dem, was ich mache. Der Schwerpunkt verschiebt sich aber hin zu Strukturthemen, zu Selbstständigen, die schon ein Team haben und Projektmanagement brauchen, zu einer etwas anderen Kundenart, die ich erreichen will. Ich bau also nicht neu. Ich bau um. Während es läuft.

Neupositionierung als Projekt – in 5 Schritten

Der Trick beim graduellen Shift ist nicht Mut. Der Trick ist Struktur. Wer „Neupositionierung“ als Task auf die To-do-Liste schreibt, macht es nie. Neupositionierung ist ein Projekt – und so solltest du es auch behandeln.

1. Mach ein Projektboard auf. Alles, was mit deiner Neupositionierung zu tun hat, kommt an eine Stelle. In ein Board. Bei mir in Asana. Jeder Task, jeder Mini-Schritt, jede „Ah, das muss ich auch noch“-Erkenntnis landet dort. Und jeder Task sind in etwa zwei Stunden Arbeit. So verlierst du nichts – und du kannst später jemanden draufsetzen, der den Kleinkram abarbeitet, wenn du keine Lust mehr hast.

2. Definiere ein MVP. (MVP = „minimal viable product“ oder in anderen Worten: Minimalziel) Was muss mindestens stehen, bevor du mit der neuen Richtung rausgehst? Mein Minimalstand war: neue Website grob fertig, Checkout läuft, Name offiziell. Alles andere durfte später kommen. Ein MVP schützt dich davor, ewig im Hintergrund zu schrauben und nie sichtbar zu werden.

3. Sammle unterwegs weiter. Sobald du mit den ersten Dingen raus gegangen bist, fallen dir Dinge auf. Hier steht noch der alte Name. Da ist noch das alte Logo. Die Signatur stimmt nicht mehr. Schreib das alles sofort aufs Board. Kleine Sachen sofort fixen, größere Sachen bündeln für den nächsten Umsetzungstag.

4. Blocke dir Umsetzungstage. Ein Projekt ohne Raum ist keins. Bei mir sind das meistens Wochenendtage – nicht weil Wochenende heilig ist, sondern weil da keine Termine reinfunken und ich Ruhe an den Sachen arbeiten kann, an denen ich wirklich viel Spaß habe (und ja… ich hab Spaß an Webseiten-Stuff und Co). Du brauchst zwei bis vier Stunden am Stück.

5. Lern mit Unperfektion zu leben. Während dein Schiff noch schwenkt, sind nicht alle Ecken rund. Auf einer Folie steht noch der alte Name. Ein Freebie hat im Download noch das alte Logo. Das ist unangenehm, besonders wenn du perfektionistisch veranlagt bist, so wie ich. Aber es ist Teil des Deals: graduell heißt unperfekt im Zwischenzustand. Lieber sichtbar und unperfekt als perfekt und unsichtbar.

Mein ehrlicher Zwischenstand

Ich bin noch nicht fertig. Wahrscheinlich brauche ich noch ein halbes Jahr, bis alles sauber umgestellt ist. 67 Tickets hab ich abgearbeitet auf dem Board – und trotzdem sind immer noch welche offen. Freebies, E-Mails in alten Automationen, Reels, Produkt-Downloads mit altem Logo. Alles nicht dringend. Alles wichtig. Alles wird gemacht. Nach und nach.

Warum überhaupt der Wechsel? KundenKarma war ein netter Name. Aber er wurde konsequent falsch verstanden. Leute haben „Karma-Coaching“ gelesen und mich in eine spirituelle Ecke geschoben, in die ich nie gehört habe. Mit Jasmin Grigutsch passiert das nicht. Dafür springt auch niemand mehr neugierig drauf an – aber diese Neugier war ohnehin meistens das falsche Signal.

Was du mitnehmen kannst

Eine Neupositionierung für Selbstständige bedeutet nicht automatisch, dass du alles einreißen musst. Du darfst dich graduell verändern. Du darfst umbauen, während es läuft. Der zweite Weg braucht weniger Mut, aber dafür mehr Struktur. Und er verlangt, dass du es als Projekt behandelst, mit Board, MVP, Umsetzungstagen und der Bereitschaft, im Zwischenzustand unperfekt zu sein.

Wenn du gerade merkst, dass dein Business irgendwie nicht mehr passt: warte nicht auf den Zusammenbruch. Schau, welche kleinen Dinge du jetzt schon shiften kannst, damit es wieder zu dir passt. Du musst nicht gegen die Wand fahren. Du darfst das Schiff auch einfach umlenken.

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Über die Autorin Jasmin Grigutsch

Meine Leidenschaft sind Themen wie Strategisches Marketing, Positionierung und Marketing sowie Struktur und Prozesse. Ich unterstütze Selbstständige Powerfrauen dabei, ihr Kopf-Choas zu strukturieren und ihr Business smart statt hart aufzubauen. In meinem 1:1 Sparring entwickeln wir individuelle Lösungen für dich und in meinen Kursen lernst du das Thema Business-Aufbau unterhaltsam aus einer anderen Perspektive kennen.

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