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KI Tools sind in den letzten Monaten zur unüberschaubaren Auswahl geworden. ChatGPT, Claude, Gemini, dazu Cowork als Desktop-Variante. Und jeden Tag steht im Feed eine neue Empfehlung, welche KI angeblich die beste ist und warum du wechseln musst. Die Frage ist nur: für wen ist sie die beste? Für deine Aufgaben? Für dein Business? Wer das ohne Test entscheidet, läuft Gefahr sich falsch zu entscheiden.

Dieser Artikel zeigt, wie du KI Tools selbst testest, statt anderen zu glauben. Mit einer einfachen Vergleichsmethode, die du in etwa 30 Minuten umsetzt – ohne Erfahrung im Software-Testing.

Warum „Welche KI ist die beste?“ die falsche Frage ist

Die meisten KI-Diskussionen drehen sich um Ranglisten. KI Tool A schlägt KI Tool B. Das mag stimmen, sagt dir aber nichts darüber, ob es auch in deinen Aufgaben besser ist. Eine KI kann grandios in Bildgenerierung sein und gleichzeitig untauglich, wenn es darum geht, Texte in einem konkreten Tool wie Canva oder PowerPoint zu gestalten. Wer Bilder selten generiert, aber täglich PowerPoint-Folien baut, hat von diesem Ranking nichts.

Die richtige Frage lautet darum: Welches KI Tool passt zu meinem Business? Konkreter: zu deinen Aufgaben, zu deinen bestehenden Tools, zu deinen Qualitätsansprüchen. Diese Frage beantwortest du nicht folgen von anderen, sondern durch selbst Testen.

Der Software-Vergleichstest in fünf Schritten

Die Methode ist nicht neu, sie kommt aus dem klassischen IT-Bereich und heißt schlicht Software-Vergleichstest. Sie besteht aus fünf Schritten:

  1. Anforderungen definieren
  2. Tools auswählen, die getestet werden
  3. Testaufgaben aus dem echten Business festlegen
  4. Den Test parallel durchführen
  5. Auswerten und entscheiden

Wichtig ist, dass die Schritte in dieser Reihenfolge passieren. Wer mit Schritt 3 startet, ohne vorher die Anforderungen geklärt zu haben, wirft am Ende Aufgaben in beide Tools und vergleicht Ergebnisse, die dir am Ende gar nichts nützen.

Schritt 1: Anforderungen für dein Business klären

Anforderungen sind das, was du von einem KI Tool erwartest. Sie können fachlich sein (das Tool muss mit Notion umgehen können) oder persönlich (das Tool muss verständlich kommunizieren). Schreib fünf bis zehn auf, mehr brauchst du nicht. Markiere die zwei oder drei, die nicht verhandelbar sind.

Typische Anforderungen für Solo-Selbstständige und Coaches:

  • Das KI Tool muss sich mit deinen bestehenden Werkzeugen verbinden lassen (Notion, Canva, Google Workspace).
  • Es muss in der Lage sein, einfache Aufgaben ohne ständige Rückfragen abzuschließen.
  • Es muss ehrlich sagen, was es nicht kann, statt es zu versprechen und dann ein schwaches Ergebnis abzuliefern.
  • Es muss für dich bezahlbar sein.

Diese Liste ist dein Maßstab für die spätere Auswertung.

Schritt 2: Testaufgaben aus dem echten Business wählen

Die häufigste Schwäche von KI-Tests im Netz ist, dass sie mit künstlichen Aufgaben arbeiten. „Schreib mir ein Gedicht über einen Hund“ sagt dir nichts darüber, wie das Tool dein Marketing oder dein Backoffice unterstützt. Wähle deshalb zwei oder drei Aufgaben, die in deinem Alltag tatsächlich vorkommen. Beispiele aus der Praxis:

  • Ein Thumbnail in Canva mit Brand-Farben und Logo erstellen lassen.
  • Eine PowerPoint auf Basis einer eigenen Masterfolien-Vorlage aufbauen.
  • Einen Videoidee-Eintrag in der eigenen Notion-Datenbank anlegen.

Wichtig ist, dass beide Tools dieselben Aufgaben mit denselben Prompts und denselben Eingangsdaten bekommen. Sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.

Schritt 3: Den Test in der Praxis durchführen

In der Praxis bedeutet das: zwei Browserfenster nebeneinander, gleicher Prompt in beiden, gleiche Anhänge, gleiche Zielvorgabe. Da KI Tools unterschiedlich lange rechnen, kannst du in der Wartezeit der einen schon die nächste Aufgabe in der anderen anstoßen. Eine sinnvolle Vorbereitung ist, mit einem dritten KI-Chat den Testaufbau einmal durchzusprechen und die Prompts zu finalisieren. So vermeidest du, dass du im Test selbst noch formulierst.

Notiere bei jeder Aufgabe drei Punkte: Was hat das KI Tool getan, was hat es ausgegeben, und wie hat es kommuniziert. Der dritte Punkt ist wichtiger, als die meisten denken.

Schritt 4: Aussortier-Signale erkennen

Aus der Praxis haben sich vier Signale bewährt, die zuverlässig zeigen, dass ein KI Tool für dein Business nicht das richtige ist:

  • Wenn die KI sagt „ich könnte“ und „ich müsste“, aber nicht macht. Selbstüberschätzung ist im Test eines der härtesten Aussortier-Signale.
  • Wenn einfache Aufgaben mehrfach aufgefordert werden müssen. Wenn du dreimal sagen muss „bitte mach das tatsächlich“, verlierst du pro Aufgabe unnötig viel Zeit.
  • Wenn Verbindungen zu deinen Tools nicht stabil sind. Ein Connector, der unter Fehlern leidet oder fehlende Funktionen hat, wird im Alltag jeden Tag stören.
  • Wenn das Ergebnis zu generisch ist. Eine Präsentation, die nicht in deinem Design landet, kostet dich am Ende mehr Zeit, als wenn du sie selbst gebaut hättest.

Schritt 5: Auswerten und entscheiden

Komplexe Gewichtungstabellen sind selten nötig. Nach drei Testaufgaben hast du in der Regel ein klares Bauchgefühl, das sich mit deinen Anforderungen abgleichen lässt. Wenn ein KI Tool an deinen Hauptanforderungen scheitert, ist die Entscheidung einfach. Wenn beide Tools mit unterschiedlichen Stärken bestehen, kannst du sie nebeneinander nutzen, je nach Aufgabe.

Wichtig ist, dass du den Test wiederholen kannst, wenn sich die KI Tools verändern. Was heute nicht funktioniert, kann in drei Monaten der Standard sein. Ein wiederholbarer Testaufbau erspart dir das nächste Mal die Hälfte der Arbeit.

Wie haben Claude und ChatGPT in meinem Test abgeschlossen?

In meinem eigenen Test standen drei Aufgaben auf dem Prüfstand:

  • ein Thumbnail in Canva bauen
  • ein Thumnbail direkt in der KI generieren lassen
  • eine PowerPoint auf Basis meiner Masterfolien erstellen
  • ein Videoidee-Item in Notion anlegen.

ChatGPT scheiterte bereits an der Verbindung: der Notion-Connector lief in mehrfache Fehler, der Canva-Connector ließ sich zwar hinzufügen, wurde aber im Betrieb wiederholt verweigert. Claude richtete beide Connectoren mit zwei Klicks stabil ein.

Bei der Nutzung von Canva hat Claude allerdings nicht gerade geglänzt. Ich hab lediglich einen Text ausgetauscht bekommen. Aber kein kreatives Thumbnail, was ich in Canva direkt weiterbearbeiten konnte. ChatGPT konnte beim Test nicht mitmachen, weil die Verbindung zu Canva verbuggt war.

Bei der reinen Bildgenerierung lieferte ChatGPT dagegen das deutlich stärkere Ergebnis, ein einsatzfertiges Thumbnail statt einer skizzenhaften Layout-Vorschau.

Beim Bau einer echten PowerPoint aus meiner Masterfolien-Vorlage versagte ChatGPT komplett: die generierten Folien enthielten nur den Rohtext, kein Layout und keine Farben. Auch mit mehrfachen Nachfragen wurde das Ergebnis nicht besser. Claude nahm sich für dieselbe Aufgabe rund zwanzig Minuten, arbeitete die Masterfolien konsequent durch und lieferte am Ende dreizehn Folien, die weitgehend meinem Stil entsprachen.

Notion funktioniert mit Claude extrem gut. Bei ChatGPT konnte ich es wieder nicht testen, weil der Connector sich nicht einrichten lies.

Das eigentliche Muster, das sich durch den gesamten Test zog, war ein Kommunikationsunterschied: ChatGPT versprach, was es angeblich alles könne, und lieferte dann eine deutlich abgespeckte Version. Claude benannte seine Grenzen von Anfang an und arbeitete innerhalb dieser Grenzen zuverlässig. Für ein Business, in dem Zeit teurer ist als jede Zusatzfunktion, ist die zweite Variante die ehrlichere Wahl.

Wenn du wirklich sehen willst, wie die Ergebnisse der KI aussehen und wie genau sie geantwortet haben, sieh dir das Video zum Beitrag an.

Fazit, das passende KI Tool statt das beste

Es gibt nicht das beste KI Tool. Es gibt das KI Tool, das zu deinen Aufgaben, deinen bestehenden Werkzeugen und deinen Ansprüchen passt. Wer das herausfinden will, kommt nicht um einen eigenen Test herum. Die fünf Schritte sind kein technisches Projekt, sondern eine halbe Stunde fokussierter Arbeit, an deren Ende eine Entscheidung steht, die auf einem zu dir passenden Fundament steht.

Wenn du dieses Vorgehen lieber gemeinsam durchgehen willst und herausfinden möchtest, wie du KI Tools und IT-Systeme strukturiert in dein Business integrierst, dann komm in den KI- und IT-Klub. Dort entwickeln wir genau solche Methoden Schritt für Schritt. Wer lieber direkt sprechen möchte, kann ein kostenloses Erstgespräch buchen.

Über die Autorin Jasmin Grigutsch

Meine Leidenschaft sind Themen wie Strategisches Marketing, Positionierung und Marketing sowie Struktur und Prozesse. Ich unterstütze Selbstständige Powerfrauen dabei, ihr Kopf-Choas zu strukturieren und ihr Business smart statt hart aufzubauen. In meinem 1:1 Sparring entwickeln wir individuelle Lösungen für dich und in meinen Kursen lernst du das Thema Business-Aufbau unterhaltsam aus einer anderen Perspektive kennen.

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